{"id":12,"date":"2014-12-17T21:41:00","date_gmt":"2014-12-17T20:41:00","guid":{"rendered":""},"modified":"2015-09-11T09:04:40","modified_gmt":"2015-09-11T07:04:40","slug":"zwischenfazit-bei-23-der-promotion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nitze-family.de\/blog\/?p=12","title":{"rendered":"Zwischenfazit bei 2\/3 der Promotion"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin mal wieder im Zug unterwegs (und damit praktisch offline) und komme daher zum Schreiben. Seit dem letzten Eintrag ist viel Zeit vergangen. Die Brandenburger schlittern mittlerweile \u00fcber den Reif auf dem Bahnhofsvorplatz und zwei Drittel des geplanten Zeitraums f\u00fcr die Promotion sind rum.<br \/>Dass ich nichts geschrieben h\u00e4tte, kann ich eigentlich nicht sagen. Aber es ist ringsherum irgendwie viel passiert, sodass einfach die Zeit fehlte, auch noch was Pers\u00f6nliches zu schreiben. Ich k\u00f6nnte jetzt allerdings auch gar nicht sagen, was denn alles so genau passiert ist. Es ist zum Teil ein Strom aus Ereignissen, der einen mitrei\u00dft und zum Teil ein selbstgesteuerter Prozess, den man vorantreibt. Solange man den Gro\u00dfteil beeinflussen kann, ist alles gut, denke ich (vgl. &#8222;locus of control&#8220;).<\/p>\n<p>Gerade bin ich auf dem Weg zu meinem zweiten Arbeitgeber, der nach vier Monaten Bearbeitungszeit nun einen neuen Arbeitsvertrag f\u00fcr mich hat. Ich bin gespannt, wie lange er l\u00e4uft. Ein Jahr w\u00e4re gut. [Nachtrag: Es ist tats\u00e4chlich ein ganzes Jahr geworden.]<\/p>\n<p>Der Jahreswechsel ist wohl auch ein guter Zeitpunkt f\u00fcr eine Z\u00e4sur. Denn so langsam sollte ich die Pl\u00e4ne f\u00fcr die Arbeit konkretisieren(, die ja nun im n\u00e4chsten Jahr zu Ende gebracht werden soll) und auch schon mal ein paar W\u00f6rter als Ger\u00fcst schreiben, um zu sehen, wo noch gr\u00f6\u00dfere argumentative und mit gr\u00f6\u00dferem Forschungsaufwand verbundene L\u00fccken zu f\u00fcllen sind und wie das Ergebnis (ein Qualit\u00e4tsmodell) denn genau aussehen soll. Ich merke langsam, wie schnell man es sich bequem machen kann, wenn man will. Daf\u00fcr ist es dann aber manchmal auch schneller vorbei als man denkt. So sind hier und da WiMis in ihrem sechsten Jahr und fliegen damit erstmal per Gesetz raus.<br \/>Ich f\u00fcrchte ein wenig, dass es mit den zunehmenden Projektideen und m\u00f6glichen Kooperationen eng f\u00fcr die Diss werden k\u00f6nnte und ich den Titel korrigieren muss auf &#8222;Zwischenfazit bei 1\/2 der Promotion&#8220;. Ab Sommer ist laut Plan n\u00e4mlich schon Schicht im Schacht und wildes Schreiben bis Ende des Jahres angesagt. Das hei\u00dft, dass bis dahin m\u00f6glichst auch alle aufw\u00e4ndigeren Analyseergebnisse erfasst oder deren Erhebung zumindest vorbereitet und terminiert sein sollten.<br \/>Die geplanten Methoden sind \u00fcbrigens:<br \/>&#8211; Anwender-Umfrage<br \/>&#8211; Experten-Interviews<br \/>&#8211; Eyetracking-Studie<br \/>&#8211; kontrolliertes Experiment mit Studierenden (Software Engineering)<br \/>&#8211; Praxis-Fallstudie<\/p>\n<p>Der Methodenmix sieht ein bisschen aus wie nach dem Motto &#8222;Viel hilft viel&#8220;, ist im Einzelnen aber durchaus berechtigt, um die Interessen der verschiedenen Positionen zu beleuchten.<\/p>\n<p>Ein weiteres Thema kommt immer wieder hoch: Marketing. Die Vermarktung der eigenen Person und der Forschungsergebnisse ist ein h\u00e4ufig vernachl\u00e4ssigter Aspekt in der Forschung. Gerade wenn nicht &#8222;Max-Planck-Institut f\u00fcr Irgendwas&#8220; draufsteht, muss man sich innerhalb der Hochschule(n), aber auch nach Au\u00dfen hin m\u00f6glichst effektvoll pr\u00e4sentieren. Ich kann hier bereits auf die ein oder andere pers\u00f6nliche Kompetenz zur\u00fcckgreifen, was es leichter macht, hier abzuliefern. Aber mein Tag hat auch nur so-und-so viele Stunden und immer wenn man Werbetexte schreibt, forscht man nicht. Das hat aber auch die positive Seite, dass man seine Forschung immer in den gesellschaftlichen Kontext einordnen muss, was zur &#8222;Erdung&#8220; beitr\u00e4gt und dem Elfenbeinturm-Syndrom vorbeugt.<\/p>\n<p>Zum Abschluss noch ein aktuelles Arbeitsergebnis: Gestern wurde ein von einem Studenten und mir gemeinschaftlich entwickeltes IT-System in den Testbetrieb geschickt. Es ist so eine Art Kundentreue-System. Wer sich unsere Campus-App runtergeladen und seinen QR-Code an der Bar des Studentenkellers gezeigt hat, bekam gestern Abend ein Freigetr\u00e4nk. Die Barleute hatten eine weitere App zum Scannen der Barcodes. Von 34 Anwesenden beim Quizabend haben sich mindestens elf spontan die App heruntergeladen und den Code gezeigt. Technisch lief dank WLAN alles recht reibungslos und ich bin vorsichtig optimistisch, das Ganze weiter ausbauen zu k\u00f6nnen. Fragt sich noch, wie es funktioniert, wenn die Anreize kleiner oder anderer Art sind. Jedenfalls hat es Spa\u00df gemacht, direkt zuzuschauen, wie ein Arbeitsprodukt n\u00fctzlich ist. &#8211; Ein Vorteil anwendungsnaher Forschung.<\/p>\n<p>Damit liebe Gr\u00fc\u00dfe an alle Geisteswissenschaftler und eine sch\u00f6ne Weihnachtszeit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin mal wieder im Zug unterwegs (und damit praktisch offline) und komme daher zum Schreiben. Seit dem letzten Eintrag ist viel Zeit vergangen. 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